Leitsymptome Diabetes
Immer wieder wird die Frage gestellt, woran erkennt man überhaupt, ob ein Diabetes vorliegt oder sich entwickelt.
Noch vor 30 bis 40 Jahren hätte man wie aus der Pistole geschossen geantwortet: die klassischen Symptome für das Vorliegen eines Diabetes mellitus sind:
- häufiges Wasserlassen
- Durst
- Gewichtsabnahme (ohne Kalorieneinschränkung)
- gehäufte Entzündungen (egal wo am Körper)
- Abgeschlagenheit
- Müdigkeit
- Konzentrationsschwäche
- zunehmenden Schläfrigkeit
Alle diese dramatischen Warnsymptome münden letztlich unbehandelt in einem lebensbedrohlichen Zustand, dem Coma diabeticum.
Diese Symptome gelten natürlich auch noch heute, jedoch tritt die Mehrzahl dieser Beschwerden erst in einem fortgeschrittenen Stadium der chronischen Hyperglykämie auf. Spätestens dann müsste in einer aufgeklärten Gesellschaft sofort die Assoziation kommen - hier liegt ein Diabetes vor.
Aber so einfach ist das leider nicht.
Wir wissen, das vor Einsetzen der „klassischen“ Symptome die Mehrzahl der Betroffenen meist über Jahre relativ symptomlos dahin dümpeln, obwohl bei einer gezielten Blutuntersuchung bereits die Kriterien für das Vorliegen eines Diabetes mellitus erfüllt sind.
In der Regel verläuft die Diabetesentwicklung über Jahre schleichend!
Bis auf wenige Ausnahme bei Kindern und Jugendlichen mit T1DM, verläuft der Diabetes in seiner Frühphase relativ unauffällig. Sie haben richtig gelesen. Auch viele Betroffene mit T1DM haben in der vorklinischen Phase eine unterschiedlich lange, relativ symptomarme Phase, die über wenige Wochen bis zu Jahren dauern kann. Wenn jedoch der Untergang bzw. die Entzündung der Betazellmasse ein Verbleiben von funktionsfähigen Insulin produzierenden Zellen von unter 20% bis 15% erreicht hat, dann entwickeln sich die körperlichen Symptome rasant.
Beim T2DM ist die schleichende Manifestation über Jahre der Standard. Häufig wird der T2DM leider erst anhand von Organkomplikationen festgestellt. Dazu gehören vorrangig Schäden am Augenhintergrund (Sehstörungen), Hypertonus und/oder kardio-vaskuläre Erkrankungen.
Unsere Empfehlung:
- bei unklaren körperlichen Beschwerden
- bei unklarem Leistungsknick (Müdigkeit, Abgeschlagenheit)
- Diabetes in der Familie (Verwandte 1. Grades)
- Übergewicht (BMI > 30)
- Alter über 40 Jahre
- bei Frauen: Fehlgeburten, Geburtsgewicht bei Kindern > 4500g
- Herz-Kreislauferkrankungen
- Bluthochdruck (Hypertonus)
- Fettstoffwechselstörung
- Neigung zu Entzündungen (z.B. auch Gingivitis, Parodontitis)